Das 1. Mal ... Rim to Rim im Grand Canyon

Wie fühlt es sich eigentlich an ... hiken im Grand Canyon?

 

In vier Tagen ist Safetravels.de durch den Grand Canyon gewandert - Rim to Rim. Wie sie sich im Dauerregen die Zeit vertrieben haben und was für ein Gefühl es war, nach 4 Tagen aus dem Canyon zu steigen, erfährst du hier.



Stellt euch bitte kurz vor. Worüber schreibt ihr?

Wo kann man von euch lesen?

Hi, wir sind Silke und Markus aus dem schönen Hamburg. Reisen in die USA waren, sind und bleiben unsere Leidenschaft und auf Safetravels.de schreiben wir darüber. Schließlich hat uns auch die Hikelust infiziert, und seitdem sind wir mit dem Rucksack unterwegs. Auf Safetravels.de findest Du Routen, Berichte und viele Tipps, die Dir bei der Planung Deiner Traumreise helfen

Welches 1. Mal … stellt ihr uns vor?

Rim to Rim am Grand Canyon

 

Noch vor einigen Jahren hätten wir nie gedacht, daß es dieses erste Mal überhaupt je geben könnte. Ein Rim to Rim Hike am Grand Canyon: 23,5 Meilen in 4 Tagen vom North Rim zum South Rim. Wir hatten reichlich Erfahrung mit Day Hikes, aber eine Trekking-Tour hatte keiner von uns vorher gemacht. 


Im September 2013, kurz nach unserer Hochzeit am Red Rock Canyon, war es dann soweit. Nach einer Nacht in der wunderschönen Grand Canyon Lodge am North Rim ging es für uns in zwei Tagen den North Kaibab Trail runter bis zum Bright Angel Campground an der Phantom Ranch. Für den Aufstieg wählten wir den Bright Angel Trail mit einer Nacht unterwegs auf dem Indian Garden Campground.


Der Grand Canyon National Park befindet sich in Arizona. Las Vegas ist ca. 430 km entfernt, Phoenix ca. 360km.

Eine Karte des National Parks findet ihr hier.



Habt ihr euch darauf vorbereitet?

Insgesamt haben wir uns 3 Jahre vorbereitet. Als wir 2010 den Entschluss fassten, das Abenteuer Rim to Rim zu wagen, besaßen wir keinerlei Ausrüstung. Nach und nach haben wir uns mit Hilfe von Websites und Büchern eingelesen und Leute mit Erfahrung befragt. Es gab mehrere lange Beratungsgespräche beim Globetrotter in Hamburg, wo wir auch den größten Teil der Ausrüstung gekauft haben. Vieles haben wir uns z.B. zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken lassen. 


Für die Campgrounds "below the rim" wird ein Permit benötigt, welches 4 Monate im voraus per Fax oder auf dem Postweg beantragt werden kann. Also haben wir pünktlich am 1. Mai unser Fax losgeschickt und bekamen 2 Tage später per Email eine positive Nachricht. Das Permit selbst kam einige Wochen später per Post.


Du bist vor Ort: wie ist es wirklich – Vorstellung vs. Realität?

Aufgrund des Austausches mit erfahrenen Hikern vor unserem Trip hatten wir eine ziemlich gute Vorstellung von dem, was uns erwarten würde und unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Der Hike war ein absoluter Traum. Die Trails sind unglaublich schön und eröffnen grandiose Perspektiven. Besonders der North Kaibab Trail war ein Erlebnis.

 

Unglaublich toll fanden wir auch die zwischenmenschlichen Erlebnisse. Alle Hiker waren total nett und jeder war Teil dieser besonderen Community. Wir sind sehr schnell mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen und haben uns in der Phantom Ranch Canteen über unsere Erfahrungen auf den Trails ausgetauscht.


Wieviel Zeit sollte man einplanen?

Auch wenn Trailrunning anscheinend gerade im Trend liegt, würden wir jedem empfehlen, einen Rim to Rim Hike absolut entschleunigt anzugehen. Wir waren sehr froh, daß wir vier Tage eingeplant hatten. Täglich sind wir rund 4 Stunden gelaufen und hatten sehr viel Zeit für Pausen, Foto-Stopps und den Austausch mit anderen Leuten.

 

Sinnvoll fanden wir auch die Übernachtungen in der Grand Canyon Lodge am North Rim jeweils vor und nach dem Hike.


Würdet ihr nochmal wiederkommen?

Oh ja, wir würden so einen Hike nochmal machen. Diese Tour hat etwas in uns bewirkt und wir haben unsere Herzen am Grand Canyon verloren. Dieses unbeschreibliche Gefühl, als wir am vierten Tag den South Rim erreichten...


Da wir auf unserer Tour ziemlich schlechtes Wetter hatten, fielen die Abstecher nach Roaring Springs und zu den Ribbon Falls aus. Beides muss unbedingt nachgeholt werden.


Was sollte man bei dem Erstbesuch unbedingt machen / sehen / essen / probieren?

Und wenn Du beim Aufstieg Dein Zelt auf dem Indian Garden Campground aufschlagen solltest, dann mach Dich abends nochmal auf den Weg und genieße den Sonnenuntergang am Plateau Point.

Ein Besuch der Phantom Ranch Canteen ist ein Must-Do bei einem Rim to Rim Hike. Dort gibt es die beste Limonade der Welt und das einzigartige T-Shirt, welches Du nur dort kaufen kannst. Auch toll: schicke Deinen Lieben zu Hause eine Postkarte mit dem Stempel "Mailed by Mule at Phantom Ranch".



Was hättest du dir sparen können?

Einige Kilos auf dem Rücken hätten wir uns sparen können. Für eine Wanderung dieser Länge und Intensität benötigst Du zwar eine Menge Kalorien und es ist essentiell, genügend Nahrung dabei zu haben, jedoch zählt umgekehrt jedes Gramm, welches Du schleppen musst. 


Bei unserer Tour sind wir davon ausgegangen, daß wir auch morgens kochen und zusammen pro Tag ein ganzes Kilo Nüsse essen würden. Beides waren Fehleinschätzungen und wir hätten uns so etwas Gewicht sparen können.


Was würdest du bei einem zweiten Besuch anders machen?

Weniger Nüsse mitschleppen und morgens nur Riegel frühstücken. Und ich habe festgestellt, daß mir ein anständiges Kopfkissen sehr wichtig ist. Wir hatten bei dieser Tour Fleecesäcke, die wir mit unserer Kleidung ausgestopft als Kopfkissen benutzt hatten.


Ich konnte damit nicht richtig gut schlafen, deshalb habe ich bei der nächsten Trekking-Tour ein richtiges Kissen mitgenommen, welches superleicht ist und sich ganz klein zusammenknautschen lässt.


Hast du bei deinem 1. Mal dort etwas Besonders / Lustiges / Abenteuerliches / Unvergessliches erlebt?

Unvergesslich war das Wetter bei diesem Trip. Wir haben uns die vier regenreichsten Tage des Jahres ausgesucht. Die Monsun-Saison war fast zu Ende, aber an diesen Tagen hat sie noch einmal alles gegeben.

Zum Glück hat es kaum geregnet, während wir auf dem Trail waren. Dafür verbrachten wir am Cottonwood Campground einen ganze Nachmittag im Zelt und am Indian Garden Campground, wo es überdachte Campingtische gibt, erlebten wir ein richtig schweres Gewitter, während wir mit einem frisch gebrühten Kaffee unter dem Dach saßen.



Das müssen wir dazu noch loswerden…

Liebe Grand Canyon Day Hiker,

 

aus einem ganz bestimmten Grund gibt es

below the rim keine Mülleimer.

Die Regel lautet:

 

Carry out your trash

- no exceptions.

 


Es ist ganz einfach: alles, was Du reinschleppst, nimmst Du auch wieder mit raus. Das gilt für Papier, Plastik und auch für die Reste Deines Apfels oder Deines Sandwiches. Papier und Plastik ist lebensgefährlich für alle Tiere, die im Canyon leben und Deine Apfelreste zersetzen sich leider in der Wüste nicht, sondern trocknen einfach nur ein. Leider haben wir schon sehr oft verschmutzte Tische und Bänke in den Day Use Areas gesehen und auch an den Pit Toilets und in den Rest Houses am Bright Angel Trail findet sich immer Müll.

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Und dein 1. Mal?

Wir möchten die Beitragsreihe laufend erweitern und suchen daher Erfahrungsberichte von Erstbesuchen aus ganz Amerika. Möchtest du auch von deinem "1. Mal in ..." berichten?

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Kommentare: 1
  • #1

    THphotography (Samstag, 28 Januar 2017 13:26)

    Toller Beitrag, der Grand Canyon ist einfach genial.
    Ich werde dort sicher auch irgendwann noch mal viele Tage am Stück verbringen, am liebsten mal mit Übernachtung unten im Canyon.
    VG