Fotoprojekt No. 2:  12 Tipps für schöne Reisefotos

Fotos dokumentieren. Fotos erinnern. Fotos lassen träumen. Fotos bewegen und Fotos wecken Sehnsucht.

 

Es kommt nicht immer auf eine teure Ausrüstung an, sondern ein Foto setzt sich aus vielen kleinen Faktoren zusammen, zwei davon sind Motiv und Bildaufbau. Wie du auch ohne eine High-end-Kamera tolle Fotos machen kannst, zeigen wir dir.

 

Viel Spaß!


1. Goldener Schnitt - die Drittel-Regel

 

In Lightroom kannst du dir Hilfslinien anzeigen lassen, die die goldene Spirale oder Drittel auf dein Foto bringen. Dies erleichtert die Auswahl des richtigen Bildausschnitts.

 

Eine wirklich tolle und anschauliche Beschreibung zu dem Thema findest du bei Gunther Wegner auf der Seite.

 

 

 

Der Goldene Schnitt ist nichts anderes als eine Aufteilung des Fotos in einem bestimmten Teilungsverhältnis. Dieses Verhältnis kommt sehr häufig in der Natur vor und wird daher vom Betrachter als harmonisch empfunden.

 

Eine erste Annäherung an die Aufteilung der Verhältnisse ist 1/3 zu 2/3 - was oft als Unterteilung in den Kameras als Raster angezeigt wird. Werden auf diesen Achsen „bildwichtige“ Elemente platziert, wird der Bildaufbau als harmonisch empfunden.

 



2. Führe den Blick des Betrachters

Du kannst den Blick des Betrachters führen. Dafür kannst du natürliche Linien im Bild wählen oder in eine bestimmte Perspektive wechseln.

 

Die Straße nimmt in dem Bild nur ein Drittel ein und doch verfolgt man automatisch den geschlängelten Weg am Rande des Bildes.



3. Wechsel die Perspektive

Wechsel immer mal wieder die Perspektive, Fotos aufzunehmen. Das muss nicht immer im Stehen sein. Knie dich mal hin. Alleine die paar Zentimeter können die Wirkung deines Fotos schon sehr verändern. Noch drastischer macht sich das bemerkbar, wenn du dich bzw. deine Kamera ganz nah an den Boden legst.


Achte darauf, wie interessant der Vordergrund jetzt aussieht.

Der Wechsel der Perspektive kann deine Fotos sehr interessant machen.

 


4. Spiel mit Vorder- und Hintergrund

Experimentiere mit Vorder- und Hintergrund. Probiere aus, welchen Effekt es hat, wenn eines von beiden scharf oder unscharf ist.

Beispielsweise lässt sich im Vordergrund prima ein Detail abbilden, was sich als "großes Ganzes" nochmal als Silhoutte im Hintergrund wiederholt.



5. Liebe zum Detail

Die kleinen, feinen Dinge machen Fotos einfach zu etwas besonderem. Halte die Augen nach Details oder typischen kleinen Szenen offen. Das kann eine bestimmte Pflanze sein, ein Teil einer Hausfassade, ein leckeres Gericht auf einem Teller. Damit lässt dich deine Fotogalerie wunderbar ergänzen, weil es den Augenmerk nicht das große Ganze legt. Es gibt deinem Foto außerdem eine sehr indiviuelle Note.


6. Strukturen hervorheben

Auf Fotos kannst du einen tollen Effekt erzielen, wenn du bestimmte Strukturen hervorhebst. Dies können bestimmte Oberflächen, Böden, Fliesen, Spuren im Sand sein. Es kann dein Bild ruhig oder unruhig erscheinen lassen, je nachdem, welchen Untergrund du auswählst.


7. Emotionen wecken

Versuche, mit deinem Foto Emotionen beim Betrachter zu wecken. Klingt schwierig - ist es aber nicht unbedingt. Hierzu brauchst du natürlich ein Motiv. Ein Motiv, was den Betrachter fühlen lässt. Und das geht besser, wenn eine Person auf dem Bild abgebildet ist. Der Betrachter stellt sich vor, wie es wäre dort selbst zu stehen. Und was für ein Gefühl es ist, selbst dort zu stehen und in die Ferne zu schauen. Automatisch verweilt er länger mit seinen Augen auf dem Bild.

Du kannst unterschiedliche Gefühle wecken: Freude, Angst, Fernweh, Abenteuerlust, Mitgefühl. Probiere es aus!


8. Größenverhältnisse erkennbar machen

Die wahre Schönheit und Dimension von Landschaften lässt sich manchmal wirklich schwer auf einem Foto wiedergeben. Gerade die Größe oder Weite bestimmter Landschaften kommen erst so richtig zur Geltung, wenn du einen Vergleich dazu einsetzt. Ist ein Mensch auf dem Bild zu erkennen, werden erst so richtig die Größenverhältnisse sichtbar. Dies kann einen tollen Effekt für dein Foto erzielen. Dabei geht es nicht darum, dass man die Einzelheiten der Person erkennen kann. Es geht allein um den Größenvergleich.

 

Das untere Bild ist zwar immer noch durch die Farben und Strukturen beeindruckend, aber es lässt sich viel schwerer einschätzen, wie groß der Hügel auf dem Foto eigentlich ist.



9. Menschen im Bild

Möchtest du Menschen im Bild fotografieren, aber kein Portrait machen, weil die Landschaft im Vordergrund stehen soll?

 

Die Personen dafür müssen nicht immer klassisch frontal in die Kamera lächeln. Fotografiere die Silhouette der Person oder nutze den Selbstauslöser der Kamera. Deine Bilder bekommen dadurch einen ganz anderen Charakter.



10. Reflektionen

Reflektionen haben einen wunderschönen Effekt für Fotos. Am besten eignet sich dafür Wasser. Egal, ob am Strand oder in Pfützen. Sie bieten die eine natürliche Möglichkeit, das Motiv und die Farben zu spiegeln. Gut eignen sich aber auch beispielsweise Schaufenster- oder Autoscheiben.

Geh mit einem offenen Blick durch die Landschaft und halte nach Möglichkeiten dafür Ausschau. Hier den richtigen Winkel zu finden, ist nicht immer ganz leicht. Das ist reine Übungssache.



11. Natürliche Rahmen

Gib deinem Bild einen Rahmen. Das hat einen tollen Effekt auf das Foto. Dies kann ein Ausblick sein, ein Fenster, aus dem du herausfotografierst oder auch Äste eines Baumes sein, die dein Motiv quasi umrahmen. Hierbei die Lichtverhältnisse richtig einzufangen, ist nicht immer ganz einfach. Experimentiere, wie sich die Wirkung des Fotos verändern kann.



12. Symmetrie & Asymmetrie

Symmetrie kann sich in vielen Dingen zeigen: identische Formen, parallel verlaufene Linien, symmetrische Gesichter. Ein symmetrisches Bild wirkt ruhiger. Bei Motiven aus der Architektur wirkt das besonders interessant.

 

 

Asymmetrie in Bildern kann einen tollen Effekt haben. Nicht alles muss immer gleich aussehen, sich in dieselbe Richtung drehen. Es macht dein Bild interessanter.



Fazit

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, tolle und beeindruckende Fotos zu schießen. Eine solide Spiegelreflexkamera ist eine gute Basis, damit anzufangen. Mache dich mit den Funktionen deiner Kamera vertraut. Verwende keine vorgegebenen Effekte aus der Kamera und fotografiere nicht im Automatikmodus. Versuche dich an den manuellen Einstellungen mit Blende und Belichtungszahl.

 

Schau dich nach tollen Motiven und abwechslungsreichen Blickwinkeln und Methoden um.

Hab einfach Spaß und probiere dich aus.

 


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Kommentare: 1
  • #1

    nossy (Montag, 06 März 2017 21:05)

    Eine schöne Zusammenstellung habt ihr da gemacht.
    Ich mag auch gerne gesammelte Makro-Eindrücke in Urlaubsfotos, besonders von Naturdetails an Blumen, Baumstämmen, usw.

    Momentan bin ich auf der Suche nach einer neuen Kamera. Eine Spiegelreflex kommt für mich allerdings nicht in Frage. Das Gewicht der Kamera selbst und dann ggf. noch mehrere Objektive mitschleppen, ist nicht so meins. Mal gucken was es am Ende dann für eine Kamera wird die mir gefällt :)

    Viele Grüße, nossy