Das 1. Mal ... Hawaii Volcanoes National Park

Schwarzes Lavagestein, rauchende Vulkankegel und die Chance feuerrot glühende Lava ins Meer fließen zu sehen, damit zieht einer der wohl außergewöhnlichsten Nationalparks der USA seine Gäste in den Bann.

Zwei Tage hat Weg mit Herz den Nationalpark erkunden können und ist dabei kaum aus dem Staunen herausgekommen.



Stell dich bitte kurz vor. Worüber schreibst du?

Wo kann man von dir lesen?

 

Hallo, ich bin Ina, 31 Jahre alt und schreibe auf meinem Blog Weg mit Herz über Erfahrungen aus meinem Leben im Ausland, Reisen, aber ebenso Alltägliches.

 

Meinen Freund und mich hatte es ab April 2015 für zwei Jahre nach China verschlagen. Diese Zeit nutzten wir auch für ausgiebige Reisen in diverse asiatische Länder sowie nach Hawaii. Dieses Jahr geht es für uns vom Lebensmittelpunkt her zurück nach Deutschland. Dabei bleiben wir durch die Tätigkeit meines Freundes allerdings mit dem Ausland verbunden, nur bald mit einem gänzlich anderen Land: Südafrika. Auf Weg mit Herz bleibt es daher spannend und neue Länder wird es weiterhin so einige zu entdecken geben.

 

 


Welches 1. Mal … stellst du uns vor?

Ich erzähle euch von meinem 1. Mal im Hawaii Volcanoes National Park auf Hawaii und damit einem meiner schönsten Reiseerlebnisse bisher überhaupt.

 

Vulkane übten auf mich schon immer eine große Faszination aus, seien es die wunderschönen Ansichten des Mt. Fuji in Japan oder diverse Trekkingtouren zur Spitze eines Vulkans, die ich bereits auf Japan oder Bali erleben durfte. Als es darum ging, zu entscheiden auf welche der Inseln des Bundesstaates Hawaii es gehen sollte, war daher schnell klar, dass wir uns die beständig aktiven Vulkane der Insel Hawaii, auch Big Island genannt, nicht entgehen lassen wollten. Wir kannten zwar bereits schwefeldampfende Berge und große Vulkankrater, aber die Chance strömende Lava zu sehen, hatten wir sonst noch nie gehabt.

All das jedoch versprach ein Besuch des Hawaii Volcanoes National Park auf Big Island - für mich daher ein absolutes Muss.

Eine Karte des National Parks findest du hier.



Hast du dich darauf vorbereitet?

Zur Vorbereitung haben mein Freund und ich uns im Reiseführer zunächst alles über den National Park durchgelesen. So bekamen wir einen groben Überblick, welche Wanderungen möglich sind, was besonders empfehlenswert ist und ob aufgrund der vulkanischen Aktivitäten evtl. eine spezielle Vorbereitung notwendig ist.


So konnten wir bereits unsere Must-Sees festlegen: Einen Blick in den Halema'uma'u Krater vom Jaeger Museum aus, eine Wanderung durch den Kilauea Iki Krater und eine Fahrt mit dem Auto entlang der Chain of Craters Road bis zum „End of the Road“, wo die Straße tatsächlich in Küstennähe einfach in einem Lavafeld endet. Von dort aus lässt sich eine Wanderung nach Kalapana unternehmen, wo es mit Glück möglich ist, Lava ins Meer fließen zu sehen.

Wir hatten zudem durch den Reiseführer erfahren, dass wir uns unbedingt am Visitor Center des Nationalparks nach der aktuellen Lage vor Ort erkundigen sollten. Die Bedingungen können sich täglich ändern. Genaue Informationen, wo man sich an dem jeweiligen Tag ohne Gefahr aufhalten kann oder welche Wege evtl. gerade gesperrt sind, sollte man daher vor der Wanderung noch einholen. Auch auf der Homepage des National Parks gibt es Informationen über Wanderrouten, die aktuellen Konditionen auf dem Gelände und den Umgang mit Phänomenen wie dem VOG (vulkanischem Smog), die einem im Park begegnen können.


Du bist vor Ort: wie ist es wirklich – Vorstellung vs. Realität?

Die Caldera des Kilauea-Vulkans ist um ein Vielfaches größer als vorgestellt, ebenso der erkaltete Lavasee im Kīlauea Iki Krater. Unseren ersten Blick konnten wir von einem Aussichtspunkt am Kraterrand hinab in den Krater werfen, wobei die Wanderer, die gerade über die erkaltete Lava marschierten, eher wie Ameisen wirkten. Dass wir dazu auch noch das Glück hatten Lava nicht nur in kleinen Rinnsalen, sondern in einem großen Strom ins Meer fließen zu sehen, übertraf unsere kühnsten Erwartungen. Bis auf das Regenwetter am ersten Tag unseres Besuchs war der National Park damit in jeder Hinsicht sogar noch interessanter und eindrucksvoller als vorgestellt.

 


Wieviel Zeit sollte man einplanen?

Wir sind an zwei Tagen dort gewesen und hatten dabei allerdings keine kompletten Tage in Anspruch genommen. Wer sehr früh kommt und sich nicht scheut von früh bis spät abends kilometerweit zu Fuß unterwegs zu sein, könnte die wichtigsten Stellen des Nationalparks womöglich an einem Tag besichtigen. Um die Zeit dort aber ausgiebig zu genießen, sind zwei oder gar drei Tage besser geeignet. Außerdem kann man die Wanderungen schnell unterschätzen, vor allem an heißen, sonnigen Tagen. Etwas mehr Zeit dafür einzuplanen, ist daher empfehlenswert.

 

Der Nationalpark bietet übrigens so viele verschiedene Wanderrouten, darunter auch geführte Touren, dass sich auch weitere Besuche lohnen können. Solltest du gar eine Besteigung des Mauna Loa in Betracht ziehen, dann werden je nach Route schon allein dafür 3 bis 5 Tage benötigt.


Würdet ihr nochmal wiederkommen?

Sofort! Wir haben noch nicht alle Wanderungen im National Park unternommen und zudem die Lava nur bei Nacht fließen sehen, daher würde ich liebend gern noch einmal wiederkommen. Auch die Besteigung des Mauna Loa, des zweithöchsten Vulkans auf Big Island, wäre für mich bei einem zweiten Besuch sehr reizvoll.

 



Was sollte man bei dem Erstbesuch unbedingt machen / sehen / essen / probieren?

Beim ersten Besuch solltest du unbedingt einen Blick in die Kilauea Caldera werfen, die übrigens auch bei einem sehr leckeren Mittagessen vom Restaurant im Kilauea Visitor Center gut zu sehen ist.

 

Lass dir außerdem eine Fahrt auf der Chain of Craters Road zum „End of the Road“ und die Wanderung zur Lava, die ins Meer stürzt, nicht entgehen. Als Abschluss bietet sich am Abend ein Blick in den Halema'uma'u Krater vom Jaeger Museum aus an.

 



Was hättest du dir sparen können?

Wirklich nichts, da wir auf jeder Wanderung Neues entdecken und faszinierende Einblicke erhalten konnten.



Was würdest du bei einem zweiten Besuch

anders machen?

Bei einem zweiten Besuch würde ich etwas zeitiger mit der Wanderung zur Lava beginnen, um die Lava auch tagsüber und direkt bei Sonnenuntergang bestaunen zu können.


Alternativ würde ich statt der Wanderung vom End of the Road aus, die Anreise von außerhalb des National Parks aus von der Kalapana Viewing Site ausprobieren. Diese Route kann größtenteils mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, die es vor Ort zu mieten gibt. Auch eine Bootstour, um die Lava vom Meer aus zu beobachten, könnte ich mir vorstellen.

 

Darüber hinaus finde ich die Besteigung des Mauna Loa sehr interessant und würde sie mir bei einem weiteren Besuch nicht entgehen lassen.


Hast du bei deinem 1. Mal dort etwas Besonders / Lustiges / Abenteuerliches / Unvergessliches erlebt?

Die Lava bei Kalapana schoss bei unserem Besuch in einem massiven Strahl aus der Felswand ins Meer, wirbelte Wassermassen auf und färbte die entstehenden Rauchwolken in ein glühendes Rot.

Etwas später konnten wir dazu noch einen Blick in den Halema’uma’u Krater werfen, dessen Lavasee mit lodernden Flammen bei Nacht hervorragend zu sehen war. Solche Naturgewalten mit eigenen Augen zu bestaunen, war das absolute Highlight unseres National Parkbesuches und sogar unseres gesamten Urlaubs auf Hawaii – wirklich außergewöhnlich und unvergesslich!


Das muss ich dazu noch loswerden…

Auf den Wanderungen solltest du unbedingt ausreichend Wasser dabeihaben. Besonders auf der insgesamt 10 Meilen (ca. 16 km) weiten Wanderung vom End of the Road zur Lava und zurück ist das enorm wichtig. Die komplette Strecke verläuft innerhalb einer schwarzen Lavawüste und tagsüber brennt die Sonne dort erbarmungslos. Schatten wirst du vergebens suchen. Also nimm ausreichend zu trinken und eine Kopfbedeckung mit! Dazu packst du lieber auch noch einen kleinen Snack zum Energietanken für unterwegs oder zwischendurch beim Lava-Sightseeing-Spot ein und gegen Abend eine Stirnleuchte oder Taschenlampe für den Rückweg in der Dunkelheit.

 

Überhaupt sollte sich im Park an alle Hinweise und Schilder gehalten werden. Vulkane sind eine beeindruckende Naturgewalt, aber dadurch eben auch mit Vorsicht zu genießen. Beachtest du jedoch die Sicherheitshinweise und startest gut ausgerüstet, dann steht einem der unvergesslichsten Erlebnisse überhaupt nichts mehr im Weg und es heißt nur noch staunen und sich faszinieren lassen.

Beitrag teilen



Und dein 1. Mal?

Wir möchten die Beitragsreihe laufend erweitern und suchen daher Erfahrungsberichte von Erstbesuchen  aus ganz Amerika. Möchtest du auch von deinem "1. Mal in ..." berichten?

Melde dich bei uns.



Kommentar schreiben

Kommentare: 0