Happy Easter - oder wie der Osterhase durch die Ghost Town hoppelte

Die Amerikaner können alles und das groß, größer, am größten. Und die Feiertage feiern sie ausgedehnt, laut und vor allem bunt. Egal, ob Valentinstag, Thanksgiving oder Weihnachten – fast alles hat den gleichen Stellenwert und wird ausgiebig gelebt. Aber das die Amerikaner die Feiertage auch in Ghost Towns feiern, das war mir neu.

 

Wie ich Ostern in den USA erlebt habe, liest du in meinem Erfahrungsbericht aus Kalifornien.


2010 verschlug es mich über die Osterfeiertage nach Kalifornien. Auf meinem Roadtrip ging es unter anderem vom Yosemite National Park, über den Mono Lake zum Lake Tahoe. Auf dem Rückweg Richtung Phoenix durch die Mojave Wüste war klar, dass auf dieser Strecke ein Abstecher in die Ghost Town Calico nicht fehlen durfte. Die Strecke war eine der einsamsten Strecken, die ich bisher in den USA gefahren bin. Kein Haus, keine Zivilisation, keine Bäume, nur eine Straße durch eine eintönige Landschaft und eine scheinbar riesige Bergkette am Horizont.

Highway USA

Die Stadt wurde 1881 im Zuge des Silberbergbaus gegründet. Zu ihren besten Zeiten lebten ungefähr 1.200 Menschen in Calico und es gab über 500 Minen.

 

Mehr Infos zur Stadt findest du hier.


Als ich auf dem Besucherparkplatz hielt, traf mich schon fast der Schlag. Eine Blechlawine an SUV´s und Wohnmobilen hielt hier. Wo kamen denn auf einmal die ganzen Menschen her, fragte ich mich. Noch ahnte ich nicht, was die ganzen Massen ein paar Meter weiter so trieben.

Calico Ghost Town

Während ich mich auf den Weg zum Eingang machte, hörte ich aus der Entfernung Jubelrufe. Klang das wie ein Anfeuern? Das konnte doch nicht wahr sein. Ich muss mich gettäuscht haben.

 

Ich bog um die Ecke und sah eine der skurrilsten und deplatziertesten Szenen meines Lebens. Auf dem Markplatz der Geisterstadt, inmitten der historischen Gebäude und teilweise auch Gefährten hoppelte ein riesiger Plüschosterhase mit ein paar amerikanischen Kindern um die Wette. Der Hase ähnelte den Maskottchen der amerikanischen Sportmannschaften. Ich war geschockt. Von einer Ghost Town hatte ich mir wahrlich etwas anderes erhofft.

Ich verschaffte mir einen kurzen Überblick, um mir eine Ecke der Stadt anzusehen, die nicht von übermotivierten Eltern belagert wart. Ich war gerade noch in Hörweite, um mitzubekommen, dass in einer halben Stunde das Eierlaufen stattfinden würde. Ach, du dickes Ei!

 

Nach ein paar Fotos war mir die Lust hier, länger zu verweilen deutlich vermiest worden. Der Plüschhase ist mir nicht vor die Kamera gesprungen - Gott sei Dank! Ich stieg wieder ins Auto und konnte kaum abwarten, die Einsamkeit des Highways zu spüren. Na dann, frohe Ostern!

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