Aus und vorbei | The roadtrip is over

Aus und vorbei. Noch ein letztes Mal bläst uns dieser warme Fön ins Gesicht. Noch ein letztes Mal klopfen wir unserem Mietwagen hinten auf die Heckscheibe. Das war´s. Das war unser Roadtrip.

Unterschiedliche Gefühle bewegen uns - einige davon intensiv, einige davon eher beiläufig. All die Erlebnisse laufen noch einmal vor unseren Augen ab. Was haben wir alles gesehen! Und wen haben wir alles getroffen! Unvorstellbar, dass erst drei Wochen vergangen sind.

Aus und vorbei -

jetzt geht es nach Hause, the Roadtrip is over.

 


Zahlen, Daten, Fakten

  • Reisezeit: 21 Tage
  • Reisezeitraum: Ende Mai bis Ende Juni
  • Durchquerte Staaten: Arizona, California, Nevada, Utah
  • Gefahrene Meilen: 3.877
  • Mietwagen: Nissan Armada
  • Unterkünfte: 3 Hotels, 1 Motel, 5 AirBnB´s
  • Getrunkenes Wasser: 69 Galonen
  • Fahrten durch Waschstraßen: 1
  • Speicherplatz für Fotos & Co: 310 GB
  • schief gesungene Lieder: sehr, sehr viele


Anfang und Ende

Jan und ich betrachten Dinge und Situationen oft sehr unterschiedlich, kommen aber meist zum selben Ergebnis. Das zeigt sich auch oft auf Reisen. Jeder von uns wandert in seinem eigenen Tempo, findet seinen eigenen Pfad. Aber am Ende stehen wir zusammen am Aussichtspunkt und genießen diesen Moment. Auch in unseren Fotos finden wir unseren eigenen Stil wieder. Natürlich stehen wir an der selben Stelle, aber sehen die Dinge oft unterschiedlich.

 

In den nächsten Wochen werden wir uns mit den zahlreichen Fotos und Zeitraffern beschäftigen. Wir haben viele Ideen für Artikel im Kopf, die für dich hoffentlich viel Inspiration für deine Reise bieten. Zur Einstimmung auf unsere ausführlichen Reiseberichte möchten wir dir daher jeweils unser erstes und unser letztes geschossenes Bild unserer Kameras zeigen.


Der Start der Reise

Wir beginnen unseren Roadtrip in L.A., zumindest kommen wir da an. Wir versuchen so schnell es geht, der Stadt zu entkommen. Wahrscheinlich ist es genauso wie mit Las Vegas. Entweder du liebst die Stadt - oder nicht. Wir fliehen aus LA, uns zieht es in einen der Vororte. Wir verbringen den ersten vollen Tag sehr entspannt unter anderem am Strand von San Clemente. Leider entspricht sunny Cali nicht ganz dem Klischee und beglückt uns eher mit Wolken als mit sunshine. Egal - wir nehmen, was wir kriegen können.

Mein erstes Foto ist am Strand von Oceanside entstanden. Wir gingen ein Stück am Meer entlang. Salzgeruch lag in der Luft, dunkle Wolken schwebten über dem Meer und trotzdem waren wir barfuss am Meer. Pures Glück!

Wir setzten uns auf die Steine am Küstenrand und starrten aufs Meer. Wasser hat einfach was. Da kannst du stundenlang schauen und dir wird einfach nicht langweilig.

Mich beeindruckt immer wieder, welch ungemein große Kraft Wasser hat. Wie Wasser die Erde formen kann, wie Wasser sogar Steine formen kann. Ich finde, das Bild strahlt unheimlich viel Ruhe aus. Und das spiegelt auch die Stimmung an diesem ersten Urlaubstag wieder - runterkommen vom Alltag.


San Clemente California
Uns wurde erzählt, the sun always shines in California - leider nicht an diesem Tag

Ich muss gestehen, ich bin auf dieser Reise etwas "foto-faul" geworden, was meine "große Kamera" angeht. Wobei faul es nicht wirklich trifft. Aber mit dem Super-Weitwinkel ist das Fotografieren bei manchen Motiven einfach vertane Mühe. Die ersten beiden Tage in Kalifornien habe ich die Nikon gar nicht herausgeholt. Ich habe die Zeit eher genutzt, mich mit dem neuen Zeitraffer-Setup anzufreunden.

So entstand mein erstes klassisches Foto (das nicht Teil einer Zeitraffer-Serie ist) in Phoenix auf dem Dobbins Lookout. Auch wenn wir dort schon waren, ist der Ausblick zum Sonnenuntergang wirklich beeindruckend. Etwas erhöht hast du einen wunderbaren Blick über die ganze Stadt. Und es ist (für lange Fahrtage ganz praktisch) schnell zu erreichen. Umringt von mexikanischen Familien (inSüd-Arizona ja nicht wirklich ein ungewöhnliches Bild) trafen uns die knapp 45°C wie ein Schlag. Immerhin saßen wir den Rest des Tages im wohl temperierten Auto auf der Interstate. Aber wir haben es in vollen Zügen genossen und blieben, bis auch das letzte Sonnenlicht hinter dem Horizont verblasste. 



Das Ende der Reise

Die letzten Tage unserer Reise haben wir in Las Vegas verbracht. Im Gegensatz zu Beginn der Reise mit deutlich weniger Wolken und deutlich mehr Sonnenschein - nämlich mit 47 Grad. Getreu dem Motto aller Highschoolfilme wollten wir "einfach nur mal an den See fahren", also ab zum Lake Mead. Abkühlung gab es keine, eher Tropenwärme dank des Gewässers. Hätten wir ja auch gleich dran denken können. Schön war´s aber trotzdem und ein krönender Abschluss einer unfassbar tollen Reise.

Ich gebe es zu, als wir am See ankamen, wäre ich am liebsten sofort zurückgefahren. Diese Tropenhitze ist ja so gar nichts für mich. Unerträglich und skurril komisch war es, mit Jan da am Wasser zu sitzen und sich wie im Dschungel zu fühlen. Ohne sich zu bewegen, dermaßen zu schwitzen, dass wir auf den Veloursitzen unseres Autos schon fast verschmolzen sind.

Das Ausharren hat sich aber gelohnt. Mit dem letzten Licht verfärbten sich die umliegenden Felsen des Lake Mead in unterschiedlichste Rot- und Orangetöne. Schatten, Felsspalten, die vorher gar nicht sichtbar waren, traten jetzt klar hervor. Tolle Wolken waren über dem See zu sehen, ein warmer Fön kam auf.

Es war für unseren letzten Abend ein gebührender Abschluss in der Natur.


Lake Mead NRA Nevada Las Vegas
Tropenfeelings am Lake Mead

Genau so wie der Strand von Oceanside ist der Lake Mead nur begrenzt etwas für 10-20mm Brennweite. Mein letztes Foto entstand auch am Lake Mead. Wie Imke schon beschrieben hat, haben wir oft unterschiedliche Herangehensweisen. Sie fotografierte also gen Osten, während ich mich westwärts der Sonne zuwendete.

So schön er auch war - der Moment war für uns geprägt von Melancholie - der Sonnenuntergang war der unausweichliche Startschuss zu unserem letzten Urlaubsabend. 



The bittersweet symphony

Wir sind traurig, dass der Urlaub vorbei ist. Du kennst das Gefühl. Er ist jetzt doch schneller vergangen als zuerst gedacht. Wo ist nur die Zeit geblieben? Zu Beginn lag doch sooo viel Zeit vor uns. Und jetzt geht es wieder nach Hause und der Alltag beginnt. Du kennst das Gefühl. Verpflichtungen, Termine, Haushalt schmeißen, Arbeiten und und und - eine freie Minute bleibt kaum. Du kennst das Gefühl.

 

Wir hoffen sehr, dass du ein Gefühl nicht kennst. Wie es ist, wenn dein Körper zu Hause nicht mehr so funktioniert, wie er es auf dem Roadtrip getan hat. Jan hat eine bestimmte Form von Rheuma. Das trockene und warme Klima im Südwesten der USA lassen fast alle Entzündungsherde in seinem Körper verstummen. Was das bedeutet? In den USA kann er problemlos 3 Kilometer mit 20%iger Steigung mit Rucksack bewältigen. Zu Hause im regnerischen Hamburg sind manchmal schon 300 Meter eine Herausforderung.

Wir hoffen sehr, dass du ein Gefühl nicht kennst. Wie es ist, im Flieger zu sitzen und zu wissen, dass dich dieser wieder in die traurige Realität bringt. In den Kampf mit dem eigenen Körper, mit dir selbst, dem Schweinehund und der Disziplin. Dieses Gefühl ist scheiße. Mehr als scheiße.

 

Umso wichtiger und bedeutender für uns sind die Erinnerungen. Die Erinnerungen an die Hikes, an die Grenzerfahrungen, an die Herausforderungen. So wie dieses Bild hier. Das ist es, was uns motiviert, durchzuhalten bis zum nächsten Trip. Und diese Erinnerungen mit dir zu teilen, ist für uns ein großes Geschenk. Danke.

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Wir haben auf unserem Roadtrip jeden Tag gevlogt.

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da gibt´s eine eigene Playlist mit allen Videos.


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