Kamera Slider - Produkttest

Vor ein paar Wochen habe ich mich dem Thema Slider recht ahnungslos genähert. Ich habe mich gefragt, was ist ein Slider und wer – verflixt nochmal – benötigt so ein Ding?

 

Ein Slider (oder auch Kamera- oder Videoschiene oder Dolly) ist simpel ausgedrückt eine Art Schiene auf der deine Kamera befestigt wird, damit du sie hin- und herschieben kannst.

 


Der Vorteil: Es gibt kein Verwackeln.

 

Der Nachteil: Der Bewegungsablauf ist vorgegeben (eben entlang der Schiene).


Aber wer benötigt denn nun so eine Schiene?!

Hm, gute Frage.

Für mich ist ein Slider interessant geworden, da er Zeitrafferaufnahmen eine neue Dimension außerhalb des Ken-Burns-Effekts gibt. Die wirklich langsame, aber gleichmäßige Bewegung der Kamera lässt sich „von Hand“ wohl nicht erreichen. Neben Zeitraffern finden Slider in Video-Produktionen wohl gut Anwendung – aber das ist weniger unser Anliegen.   

Slider kosten meistens eine Menge Geld. Aber ohne zu wissen, ob ich so ein Gerät denn auch wirklich im Alltag nutze, wollte ich dies nicht ausgeben. Ich habe mir also drei Slider angeschaut, die für mich unter der Rubrik „Budget“ laufen würden, um herauszufinden, was ich für schmales Geld bekommen kann.


Mein Einsatzzweck wie gesagt ist für Zeitraffer auf Reisen. So ergibt sich mein Anforderungs-Profil: nicht länger als 60cm, möglichst leicht und einigermaßen robust. Dabei muss die Konstruktion mit der „Zeitraffer-Sony“ nicht übermäßig viel Gewicht „schultern“.


Slider 1: Life of Photo


Länge: 67cm 

Breite: 17 cm (außen) / 10 cm (innen)

Material: Carbon (Schienen), Alu (Dolly)

Gewicht: 1,6 kg

Funktionsart: Kugellager

 


Ich muss schon sagen, ich war wirklich positiv überrascht. Der Slider ist stabil, wirklich gut verarbeitet und der Schlitten bewegt sich bei gelöster Friktionsschraube wirklich überaus leichtgängig ohne spürbare Reibungsverluste. Die Schiene kann mit 4 kleinen Beinen noch in der gewünschten Ebene ausjustiert werden, sodass der Einsatz „im Gelände“ möglich ist. Werden die 4 Beine jedoch nicht möglichst senkrecht aufgestellt, scheint die Konstriktion etwas zu federn. Der Slider ist der breiteste im Test, dies schränkt die Transportmöglichkeiten (am Rucksack befestigt) für mich doch schon sehr ein..       


Slider 2: Neewer

Länge: 62cm 

Breite: 17 cm (außen) / 5,5 cm (innen)

Material: Alu 

Gewicht: 1,2 kg

Funktionsart: Friktion

 


Bei diesem Slider bin ich von der Verarbeitung wirklich positiv überrascht. Verglichen mit dem Carbon-Slider ist der Neewer natürlich im Handling anders, das bietet Vor- wie auch Nachteile. Die Stabilität ist höher, dafür ist er etwas „klobiger“. Der Dolly läuft mit Friktion, ist dafür aber wirklich leichtgängig. 


Slider 3: Ulanzi Slider

Länge: 42 cm

Breite: 9cm (außen) / 5,5 cm (innen)

Material: Alu 

Gewicht: 1,0 kg

Funktionsart: Friktion

 


Der Ulanzi hat mich nicht so wirklich überzeugt. Wenn du einen wirklich sehr kompakten Slider suchst, ist er sicherlich eine Überlegung wert. Ich finde ihn im Vergleich zu dem nur 20 cm längeren Neewer sehr instabil (was auch an den schmalen Füssen liegt) und deutlich schwergängiger.  


Meine Entscheidung

Gewonnen hat für mich der Neewer-Slider. Das etwas leichtere Modell von Ulanzi erschien mir doch für meinen Einsatzzweck etwas kurz und mit den kurzen Beinen zu kippelig. Der Carbon-Slider hingegen war mir mit fast 1/2 kg mehr Gewicht zu schwer und auch zu breit. In der Summe haben mich die Eigenschaften des Neewer 60cm-Modells in der Theorie überzeugt.

Nun mal abwarten, was die Praxis bringt...

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