Bonneville Salt Flats

Schon ewig hatten wir von einem Besuch bei den Bonneville Salt Flats geträumt. Die Fotos hatten uns total fasziniert. Eine riesige weiße Fläche geprägt durch die fast schon geometrisch wirkenden Umrisse der Salzplatten. Aber irgendwie lag es seit 2013 nie wirklich auf unserer Route. Ganz oben im Norden Utahs liegt es doch abseits der typischen Route. Bei unserem Roadtrip 2017 hatten wir aber extra deswegen einen 2-tägigen Aufenthalt in Salt Lake City eingeplant. Ob unsere Erwartungen erfüllt wurden? Lies weiter.


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Für die Anfahrt empfiehlt sich Salt Lake City als Ausgangspunkt. Die Hauptstadt Utahs ist natürlich selbst einen Besuch wert. Nur eine Stunde Fahrtzeit liegen die Bonneville Salt Flats davon entfernt. Die Fahrt über die I-80 dahin gleich einer kleinen Zeitreise. Nicht nur verebbt irgendwann das Bild der Großstadt, auch die Landschaft wird karg, einsam und gerade zu ausgedörrt. Naja, was will man auf einem Salzfeld auch erwarten?!

Die andere Alternative ist West Wendover (direkt hinter der Staatsgrenze). Der Charme des Örtchens ist "etwas speziell". Wie es sich für Nevada gehört besteht der kleine Ort eigentlich aus nichts anderem als ein paar heruntergekommenen Casinos, die offenbar nur von Truckern und selten anderen Reisenden benutzt werden, die entlang der I-80 einen Stopp einlegen müssen. Wir haben eine kleine Runde gedreht und wollten sofort weiterfahren.

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Broschüre BSF
Offizielle Broschüre vom Bureau of Land Management
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Bei den Bonneville Salt Flats könnt ihr an zwei Punkten Halt machen:

  1. Der Speedway - Aufgrund der weiten ebenen Fläche wurden auf den BSF zahlreiche Geschwindigkeitstests und Autorennen durchgeführt. Hier kannst du also (wenn du dich traust) auch selbst mit dem Auto auf die Fläche fahren. Wir haben zahlreiche Bilder gesehen, in denen etliche Fahrspuren zu sehen waren. Für unsere Fotos war das Nichts, daher haben wir uns dagegen entschieden. Und wir hatten auch keine Lust, im Salz zu versinken.
  2. Die Rest Area - von Salt Lake aus befindet sich die Restarea noch vor dem Speedway und somit ebenso knapp vor der Grenze zu Nevada. Hier gibt es keine Tankstelle oder irgendeinen Kiosk, nur ein kleines Toilettenhäuschen. Hier ist es dir selbst überlassen, welchen Weg du gehst. Wir sind tatsächlich so 10 Minuten zu Fuß gelaufen, bis wir keinen Fußabdruck oder Reifenspuren mehr gesehen haben. Je weiter du dich in das Salzfeld vorwagst, desto besser scheint das "Fotomotiv Salz" zu werden. Nah der Straße kannst du dir kaum vorstellen, dass sich irgendwo noch das schollenartige Muster zeigt, dass du von zahlreichen Fotos kennst. Lass dich aber nicht entmutigen und geh einfach ein Stückchen.  

Die Bedingungen vor Ort

Wir sind Anfang Juni 2017 bei den Bonneville Salt Flats gewesen. Die Tage zuvor waren sehr windig, eigentlich untypisch für das Gebiet und die Stadt. Auf der ebenen Fläche hatte der Wind noch einmal richtig zugenommen. Und das mag auch dazu geführt haben, dass es gefühlt richtig frisch geworden ist. Glücklicherweise hatten wir unsere Jacken dabei, geplant war es allerdings nicht.

 

Die ersten 100 Meter auf dem Salzfeld spürt man deutlich, wie feucht der Untergrund ist. Nach ein paar Metern schon klebte uns das Salz feucht unter den Schuhen und wir sind kaum vorwärts gekommen. Ein Spaziergang in Flip Flops ist daher hier fehl am Platz.

 

Wir waren etwa eine 3/4 Stunde vor Sonnenuntergang dort. Zu diesem Zeitpunkt waren die einzelnen kleinen Salzfelder noch kaum zu erkennen, weil die Sonne diese ausblendete. Erst mit untergehender Sonne kamen die Konturen und Umrisse richtig zum Vorschein. Es empfiehlt sich daher ein Besuch zu Sonnenauf- oder untergang.

 

Der Wind pfiff uns die ganze Zeit recht heftig um die Ohren. Der naheliegende Highway im Hintergrund tat sein Übriges dazu, dass der Geräuschpegel nicht niedriger wurde. Mit diesem Brausen im Ohr verbrachten wir ca. 2,5 Stunden. Entspannt ist irgendwie anders.


Wir hatten unser Abendessen mitgebracht und uns vorgestellt, entspannt an der Rest Area zu snacken. Leider war die Rest Area weder besonders sauber, noch besonders einladed. Wir haben daher während der Rückfahrt nach Salt Lake gegessen. Da könnte man aus unserer Sicht ruhig mal in etwas Begrünung oder Lärmschutz investieren, um das Erlebnis für die Besucher etwas netter zu machen.


Bonneville Salt Flats Utah Salt Lake City
Scheinbar unendliche Weite

Leider war es bei unserem Besuch so windig - um nicht zu sagen stürmisch, dass wir fotografisch etwas eingeschränkt waren. Selbst das große, stabile Stativ hatte es schwer "die Ruhe zu bewahren". Auch Aufnahmen in unmittelbarer Bodennähe waren eigentlich nicht möglich. Der durch den Wind erzeugte feine Salz-Strom über dem Boden ist nicht wirklich gesund für eine Kamera. Aus mittlerer Höhe ließen sich dann aber doch ein paar nette Bilder machen.


Nochmal wiederkommen?

Vielleicht, wenn wir nochmal dran vorbeifahren.

Wir haben uns mit dem Besuch einen kleinen Traum erfüllt. Es war wundervoll und der Sonnenuntergang wirklich spektakulär.  Die Natur hat uns überzeugt!!! Was uns nicht so gefallen hat, ist die etwas stressige Atmosphäre mit dem Highway im Nacken. Gefühlt sind während unseres Besuchs hunderte tonnenschwere Trucks an uns vorbeigebraust. Die Amerikaner schaffen es sonst überall, für Naturverliebte ein Erlebnis zu schaffen. Das ist kein Plädoyer für ein riesiges Bersucherzentrum wie am Grand Canyon, aber eine etwas weniger suspekte Atmosphäre würde dem Ort sehr gut tun. Eine schöne Picknick-Area und etwas Lärmschutz hat uns wirklich gefehlt. 

Bonneville Salt Flats Salt Lake City Utah

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