Fingerlicking good | Buffalo Wild Wings

DAS ist eine Sportsbar wie sie im Buche steht:

laut, bunt, lecker und voller begeisterungsfreudiger Amerikaner, die ihren Sport lieben und zelebrieren.

 

Buffalo Wild Wings, abgekürzt BWW, findest du im Sprachgebrauchwegen der zwei W (double-u) auch unter B-Dubs. 

 

Hast du Hunger? Los geht´s.

Ambiente

Stehst du das 1. Mal vor der Türe eines BWW-Restaurants, fragst du dich sicherlich, ob es schon geöffnet hat. Alle Fenster sind verdunkelt. Man kann weder rein- noch rausschauen. Und das hat einen ganz simplen Grund - die unzähligen Fernseher in der Sportsbar sollen nicht geblendet werden. Wenn du den Laden betrittst, wirst du lautstark begrüßt und wartest bis dir eine der im Trikot bekleideten Beschäftigten eine Platz zuweist und dich zum Tisch begleitet. Hast du einen Spielertag erwischt oder die Abendessenzeit, musst du manchmal warten. Dann platzen die Läden aus allen Nähten - genau wie viele Ihrer Gäste.

 

Sitzt du endlich an deinem Platz, kannst du dein Gegenüber entweder nicht mehr verstehen oder nicht mehr erkennen, weil du von den locker 150 vorhandenen TV-Monitoren geblendet bist. Schon nach Sekunden merkst du, dass die kurze Hose und das T-Shirt, für die du dich bei knapp 40 Grad Außentemperatur entschieden hast eine fatale Fehleinschätzung sind. Hier läuft die Klimaanlage auf Hochtouren. Gefühlte Kälte -10° - es ist bitterkalt. 

 

In jedem Laden gibt es einen sogenannten Captain, leicht zu erkennen an einem andersfarbigen Trikot mit der Aufschrift "Captain". Der Captain (natürlich auch "die Captain") ist sozusagen der "Guest-Relations Manager" des Restaurants; geht von Tisch zu Tisch und stellt sich bei dir vor. Du möchtest etwas probieren, eine Anmerkung zum Restaurant loswerden oder auf einem der unzähligen TVs ein ganz bestimmtes Programm sehen, dann ist der Captain dein Mann (deine Frau). 

 

Den Kulturschock musst du erstmal verdauen - also her mit dem Essen.

Food facts

Die Speisekarte bei BWW ist umfangreich, aber vor allem frittiert: Wings in allen Varianten und Würzintensitäten geben der Kette ihren Namen. Daneben findest du auf der Karte aber auch Burger, Mac 'n' Cheese und weitere "amerikanische Klassiker" . Als Alibi gibt es auch noch ein paar Salate, Wraps und Suppen. Weswegen wir herkommen ist allerdings klar - das sind die  Wings!

 

Du kannst zwischen boneless und traditional Wings wählen. Die verschiedenen Sorten an zugehörigen Dips gibt es von mild bis richtig scharf und am Ende der Liste auch beißend hot. Nimm das nicht auf die leichte Schulter. Schon "mild" treibt dem ungeübten europäischen Gaumen leicht die Schweißperlen auf die Stirn. Wir haben schon etliche vermeintlich "harte Männer" am Tisch sitzen und weinen sehen.

 

Zu den Wings können obligatorisch fürs Gewissen Sellerie- und Karottensticks gereicht werden. Wir konzentrieren uns lieber auf das Wesentliche. Bei so viel frittiertem kann der Sellerie auch nichts mehr retten außer dem Gewissen.


 

Neben dem Restaurantbereich bietet B-Dubs auch einen klassischen Barbereich mit einer Theke und ein paar hohen Bartischen - ist ja immerhin auch eine Sportsbar. Es gibt einiges an Bier, Cocktails oder auch Wein. Selbst ohne kulinarisch da jetzt besonders große Ansprüche an die Getränkekarte zu haben entfaltet reine Bar-Angebot auf uns nur eine begrenze Anziehungskraft. Es gibt die bekannten und in den USA beliebten Biersorten und irgendeinen Wein. Für eine Sportsbar aber sicherlich "fancy" genug! Allerdings kann man an der Bar auch etwas zu Essen bestellen...

Wie bestellst du?

Einer der Kellner nimmt deine Bestellung auf und entschwindet wieder hinter den unzähligen Monitoren. Das ist völlig unkompliziert. Der einzige Stolperstein für die Bestellung ist die Lautstärke der Footballspiele.

 

Möchtest du eine Sauce probieren, kannst du Samples bestellen, um diese zu testen. Es ist auch möglich, die Portionen aufzuteilen und mit verschiedenen Saucen zu servieren (nennt sich Split). Frag einfach nach.

 

Manchmal schwimmen die Wings richtig in Sauce und manchmal ist kaum etwas drauf. Dann haben wir kostenfrei immer Sauce nachbestellt. Das hängt vermutlich von der jeweiligen Kette vor Ort ab.

 

Deine Getränke kommen unverzüglich - natürlich ist der Plastikbecher fast bis zur Hälfte mit Eis gefüllt. Hast du bist unter dem letzten Strich des Logos auf dem Glas ausgetrunken, gibt´s einen kostenlosen Refill.


Unser Menü

 Wir entscheiden uns immer für Boneless Wings - ohne Schnick-Schnack - just the wings.

Da schauen die Amerikaner meist schon etwas ungläubig. Schlagen die beiden wirklich den Sellerie und das Ranch Dressing aus?! Ja!

Die Wings gibt´s für uns in der Medium-Size mit Mild Sauce und einem kleinen Split mit Medium Sauce.

 

This is so fingerlicking-good!

Fazit

Bereits nach dem zweiten Wing hecheln wir beide, weil es so scharf und glutamathaltig ist. Nach dem "Entzug" steigen uns zuerst ein bisschen die Tränen in die Augen. Und dann stellt sich für uns wieder dieses Urlaubsgefühl ein. Das gibt´s nur in den USA.

 

Zugegebenermaßen ist diese Art des "Restaurants" für uns gesittete Deutsche recht ungewöhnlich. Der Blickpunkt liegt hier nicht auf dem Essen, sondern auf dem Erlebnis drumherum. Man trifft sich mit Sportskumpeln und fiebert gemeinsam dem Lieblingsteam entgegen. Wir haben während unseres letzten Besuchs das Finale der Wold Series der Major League Baseball gesehen (so etwas wie der Superbowl im Baseball). Die Stimmung war wirklich abgefahren und einfach ein Erlebnis. Es ist nicht ungewöhnlich das große Familien mit Kleinkindern auch noch abends um 22 Uhr hier sitzen und sich berieseln lassen. Beim Touch Down springt das ganze Restaurant auf und fällt sich vor Freude in die Arme. Essen wird zur Nebensache. Für uns ist das die eigentliche Unterhaltung.

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