Von Hipstern und Tacos | Chipotle Mexican Grill

Der Duden versteht unter einem Hipster einen „zu einer urbanen Subkultur gehörender junger Mensch mit ausgefallener, nicht der aktuellen Mode entsprechender Kleidung und extravagantem, individualistischem Lebensstil“. Was haben wir den Hipstern nicht alles zu verdanken. Die großen Combacks der letzten Jahre gehen wohl deutlich auf ihr Konto. Dinge, die wir ruhigen Gewissens ad acta gelegt hatten. Unvergessene Erscheinungen, wie die an einer dezenten Kette baumelnde Taschenuhr oder übergroße High-Waisted-Jeans im Stile der 80er. Ich würde mich jetzt nicht per se als Hipster beschreiben, aber diesen Trend, diesen einen, habe ich nicht nur hautnah miterlebt, sondern aktiv dafür geworben, ihn verbreitet. Aus voller Überzeugung.

 

Solltest du nun an meinem Stilempfinden zweifeln und verwirrt die Profilbilder von mir mit Schnäuzer und Karottenhosen suchen, kann ich dich beruhigen. Wir reden hier über Essen. Um ganz genau zu sein, über Chipotle. Die Schnellrestaurant-Kette hat sich der Tex-Mex- Küche verschrieben und ist einer DER ungebrochenen Food-Trends der letzten Jahre in den USA. Von meinem ersten Besuch in einer Filiale der noch unbekannten Kette bis heute sind sage und schreibe 9 Jahre vergangen. In diesen 9 Jahren ist die Kette von einem „Insider“ für Menschen mit Schnäuzer und Taschenuhr zu einem absoluten Mainstream geworden.

Das Ambiente

Meine ersten Eindrücke waren dabei eher verhalten. Schon beim ersten Betreten des Restaurants dachte ich, ich hätte mich in der Tür geirrt und stünde in der Kühlkammer. Eisig war es! Die Hintergrundmusik dabei so laut, dass ich auch mit großer Hingabe die eigentlich im Vordergrund stehende Aufgabe meiner Bestellung nur mit aller größter Mühe einigermaßen fehlerfrei bewältigen konnte.

 

Kaum hielt ich den heiß ersehnten Burrito in der Hand musste ich feststellen, dass die von mir mit einigen anhaltenden Zweifeln als Sitzmöbel identifizierten Gebilde recht unbequem daherkamen. Die Stühle und Bänke, die offenbar von einem nur mäßig begabten Schreiner-Lehrling am Beginn des ersten Lehrjahres gefertigt worden, waren aber die einzige Chance das Essen im Sitzen zu vertilgen.


Food facts

Apropos Essen. Kommen wir mal zum Wesentlichen. Das Essen war gigantisch. Gesünder als die Fastfood-Alternativen, die sich mir sonst so geboten haben und geschmacklich echt eine Nummer für sich. Glücklicherweise hat sich daran nicht viel geändert, sodass Imke und ich immer noch wirklich sehr gerne zu Chipotle gehen. Um ehrlich zu sein, freuen wir uns, dass die Restaurants wie Pilze quer durch die USA aus dem Boden geschossen sind. Die offensichtliche, und für uns unverständliche, Beharrlichkeit beim Ambiente und Interieur nehmen wir da gerne in Kauf.

 

Wirf einen Blick auf die Speisekarte -

Vorsicht, es sieht alles verdammt lecker aus!

 

Verzichtest du auf bestimmte Lebensmittel?

Hier findest du die Allergenliste von Chipotle.


Chipotle baut auf eine „build-your-own-meal“-System. Du kannst du vor allem Tacos (hart und weich) und Burritos selbst zusammenstellen. Beides mit verschiedenen Fleischsorten (oder gebratenen Tofu), Gemüse, Salat und Saucen. Von eisernen Vermeidern von Kohlenhydraten kann die Mischung auch als so genannte „Bowl“ in ebenso einer als Salat bestellt werden.

 

Als Beilagen kannst du eigentlich nur zwischen Chips und Quesadillas wählen. Ganz ungewohnt mal in einem amerikanischen Restaurant nichts Frittiertes zu essen oder zu riechen. Chipotle baut dabei auf Fleisch, dass ohne genmanipuliertes Futter erzeugt wurde und eine höheren tierrechtlichen Anspruch genügt. Auch damit heben sie sich deutlich von McDonalds und Co ab. Auch die „famous“ Guacamole besteht aus Bio-Avocados und wird im jeweiligen Restaurant frisch zubereitet. Natürlich sind alle Inhaltsstoffe und Zutaten der Speisen ausgewiesen und auf Künstliches wird gänzlich verzichtet – sogar das Salz, mit dem gewürzt wird, ist kosher. Das zeigt die grundsätzliche Umsichtigkeit bei Thema Unverträglichkeiten oder bewussten Lebensentscheidungen.

Wie bestelle ich?

Du betrittst den Laden und wirst lautstark durch jemanden begrüßt, der nur dafür zuständig ist, dich lautstart zu begrüßen.

Typisch - das gibt es nur in den USA.

 

Du trittst an die Theke und siehst unterschiedliche Stationen vor dir. Dein Essen wird nach deinen Wünschen, vor deinen Augen zubereitet. Du arbeitest dich also bis zur Kasse hin vor. Es beginnt quasi bei der Hülle (Taco, Burrito oder Bowl) geht über den Inhalt bis hin zu den als Nachtisch gedachten Chips. Dabei musst du lautstark gegen die Musik anbrüllen - wenn du deinen Burrito in den Händen hälst: challenge accomplished!

 

Teilweise sind die Läden oft zu Stoßzeiten recht überfüllt. Wir bestellen daher ab und zu online vor. Das ist total easy. Du stellst dir online dein Menü zusammen und legst dann fest, in welcher Filiale zu welcher Uhrzeit du dein Essen abholst. Dann kannst du nämlich gleich zu Kasse gehen und dir dein Essen dort to go abholen.

 

Einen Drive-Thru gibt es bei Chipotle unüberlicherweise bisher noch nicht.

Unser Menü

Jan: 3 Crispy Tacos mit Barbacoa (geschmortes Rind), Fajita Veggies, Salat, medium Salsa und Guacamole ... kein Tabasco, denn ich bin eine Memme ;-)

Imke: 1 Burrito mit Hühnchen, Fajita Veggies (gebratene Paprika, Zwiebeln), Salat, milde Salsa und Guacamole ... und viiiiieeel Tabasco! Holá!

 

Dazu essen wir beide eine Tüte Chips mit extra Guac (oder zwei)

- so damn good!


Fazit

Auch wenn ich durch und durch tolerant bin und nie auf die Idee kommen würde, dir meine Meinung aufzuzwingen – Chipotle schließt für uns genau die Lücke, die sich zwischen den berüchtigten Fastfood-Lokalen und „richtigen“ Restaurants auftut. Fast-Casual. In über 2.000 Filialen wirst in 2017 und danach sicherlich ohne Taschenuhr, Jutebeutel oder High-Waist-Jeans absolut auf deine Kosten kommen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Natalie (Dienstag, 18 April 2017 21:10)

    Mmmh, yummy, ich lieeeebe Chipotle - bei eurem Beitrag bekomme ich direkt Hunger ;) Ich glaube, ich habe gerade einen Blog gefunden, der sich auf meine beiden Vorlieben Essen und die USA spezialisiert hat, yippieee! Toller Blog! :)

    Liebe Grüße,
    Natalie