Reisepanne: Wenn etwas mit dem Flug nicht klappt

Flugverspätungen und Ausfälle sind mehr als ärgerlich. Sie bringen nicht nur den Reiseplan durcheinander, sondern knapsen – besonders wenn diese auf dem Hinweg passieren – wertvolle Momente von der kostbaren Urlaubszeit ab. Noch ärgerlicher wird es, wenn auch noch ein finanzieller Verlust hinzukommt, weil etwa der Anschlussflug schon über den Atlantik düst, während du noch am Gate stehst. Wir haben für dich einige Tipps zusammengestellt, wie mit so einer Panne der Urlaub nicht vorbei sein muss.


Flugbuchungen sind für USA-Reisende ja manchmal eine etwas knifflige Angelegenheit. Sind gerade Ferien? Wie sind die Flugzeiten? Welche Airline fliegt und wo muss ich umgestiegen? Und muss ich da mein Gepäck holen und wieder aufgeben?

Wie wir unsere Flüge buchen, verraten wir hier.

 

Wenn du nun nicht gerade im Einzugsgebiet des Frankfurter Airports wohnst, wird’s aus Deutschland wohl auch nicht ohne einen Zubringer-Flug gehen, zumindest nicht in den Südwesten der USA. Eigentlich ist auch das kein Problem, aber was wenn einer deiner Flüge Verspätung hat? Gar ausfällt?! Die EU-Fluggastrechteverordnung bietet für die meisten Flugverbindungen ein gewisses Sicherheitsnetz – zumindest wenn es um eventuelle Ansprüche geht.

Risikominimierung

Damit wir „im Ernstfall“ nicht durch dieses Netz fallen oder unvorbereitet am Flughafen stehen, beherzigen wir diese 3 Tipps – schon vor der Abreise:

1.     Buche alle Flüge eines Reiseabschnittes (z.B. Hin- oder Rückweg) auf dem selben Ticket (z.B. British Airways und American Airlines oder Lufthansa und United) oder direkt bei der selben Airline.

 

Nur bei zusammenhängenden Buchungen ist dein Transport vom Start- zum Zielort wirklich gewährleistet – ohne Mehrkosten, auch wenn eine Teilstrecke nicht bedient wird. Schon bei der Buchungen bei der selben Airline über verschiedene Dienstleister – Opodo oder Expedia – kann es zu Problemen kommen. Manchmal ist es zwar billiger, z.B. den Zubringerflug bei einer anderen Airline zu buchen (z.B. mit EasyJet nach London, von dort mit British Airways weiter), aber führt ein verspäteter Zubringer zum Verpassen des Langstreckenfluges, ist wahrscheinlich, dass du auf deinen Kosten und ohne Anschlussflug am Gate zurück bleibst. 


2. Lass die Finger von unrealistischen Verbindungen

 

Wir haben schon die besten Preise für Flugverbindungen gefunden, die beispielsweise in London Heathrow eine Umsteigezeit von 45 Minuten vorsehen. Wenn wir mal großzügig davon ausgehen, dass das Boarding des potentiellen Anschlussfluges 15 Minuten vor Abflug endet, blieben so 30 Minuten zum Umsteigen – evtl. sogar mit Terminalwechsel. Das ist in London nicht darstellbar. Bevor wir uns dem Zeitdruck aussetzten und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Anschlussflug verpassen, legen wir lieber ein paar Euro drauf.

3. Packe alles „überlebenswichtige“ ins Handgepäck

 

Das so etwas wie eventuell benötige Medikamente nichts im Koffer verloren haben, versteht sich irgendwie von selbst. Wir dehnen den Begriff „überlebenswichtig“ hier aber aus und haben alles im Handgepäck, was für zum Gelingen des Urlaubes brauchen. Also Kameras, Speicherkarten, Akkus, Ladegeräte und und und. Sollten wir irgendwo stranden oder unser Gepäck nicht auftauchen, können wir erstmals einigermaßen gelassen bleiben.


Wenn es doch passiert

Für Flüge einer europäischen Airline oder Flüge, die Start- oder Landeort in der EU haben, sind die Regelungen der EU-Flugastrechteverordnung bindend. Sie legt fest, welche Betreuung du bekommen musst und wie du für den entstandenen Aufwand zu entschädigen bist. Beides ist abhängig von der Flugdistanz und der Länge der Verspätung. Folgenden 6 Regeln versuchen wir dabei zu folgen:

1.     Lasse Dir ALLES schriftlich bestätigen

 

Sollte uns ein echter Nachteil drohen (Anschlussflug ist weg oder fällt aus), ohne dass es eine annehmbare Ersatzbeförderung gibt, lassen wir uns alles schriftlich bestätigen. Meistens haben die Airlines hieran kein Interesse, es schafft aber doch eine Verbindlichkeit und einen ganz erheblichen Nachweis des Geschehens.

2.     Kenne deine Rechte

 

Bist du zum ersten Mal in so einer Situation oder ist deine „Buchungshistorie“ etwas unübersichtlich, kannst du dich im Internet vor Ort super über deine Möglichkeiten und Rechte informieren. Als offizielle Stelle bietet auch die EU-Kommission eine relativ gut gelungene Internetseite, auf der du dich wie in einer Beratung zu deinen Rechten durchklicken kannst. 

3.     Bleibe möglichst gelassen und freundlich, aber verbindlich

 

Die Situation ist sicherlich auch für die Bediensteten der Airline nervig, haben sie mit vielen sehr unzufriedenen Gästen zu tun. Der Ton macht die Musik – auch in diesem Falle. Das sprichwörtliche Kind ist nun eh schon in den Brunnen gefallen – also kein Grund, unüberlegt oder unhöflich zu handeln. 


4.     Sei hartnäckig

 

Oftmals wird man versuchen, dich abzuwimmeln. Da wurde die Rechnung aber ohne dich gemacht... auch wenn du einen langen und vielleicht zermürbenden Flug hinter dir hast. Eine andere Gelegenheit als diesen Moment wirst du vermutlich nicht bekommen, um zu deinem Recht zu gelangen.

 

5.     Kümmere dich um den lästigen Papierkram – und bleibe auch hier hartnäckig

 

Von alleine passiert meistens nicht viel. D.h. wenn du wieder zurück bist, musst du dich um den lästigen Papierkram kümmern, wenn du eine Entschädigung haben willst. Aus leidvoller Erfahrung können wir sagen, dass es manchmal „auf eigene Faust“ schwierig oder zumindest langwierig werden kann. Besonders dann, wenn die Fluggesellschaft weder Englisch noch Deutsch als Amtssprache hat (und bürokratischer Papierkram auf z.B. Portugiesisch ist eine echte Herausforderung).

6.     Hole dir Unterstützung, falls nötig

 

Wenn dich die Airline am ausgestreckten Arm verhungern lassen möchte, kann ein etwas offizielleres Anschreiben schon etwas bewirken. Um Flightright den einstigen Pionier und Marktführer auf dem Gebiet hat sich mittlerweile eine ganze Dienstleistergruppe etabliert, die sich auf die juristische Durchsetzung der EU-Verordnung spezialisiert hat. Viele von diesen Anbietern haben auch gute und verständliche „Anspruchs-Rechner“, die dir im Handumdrehen deine Erfolgschancen und auch die dafür fällige Provision anzeigen (je nach Komplexität bis zu 30% der Entschädigungssumme - aber dafür ohne Risiko). Hast du eine gute Rechtschutzversicherung (und gibt die diese eine Deckungszusage) ist die Beauftragung eines Anwalts natürlich auch eine Möglichkeit. Die Rechtsanwaltskammern der Bundesländer können dir eingetragene Fachanwälte in deiner Nähe nennen (hier z.B. für Hamburg).

 



Und deine Geschichte?

Aber bei aller Vorsicht und allem Stress – beim Reisen steht für uns das Erlebnis im Vordergrund. Manchmal gehören auch ein paar „Ecken und Kanten“ im Reiseverlauf dazu – sie sollten nur nicht Überhand nehmen.

 

Hast du Erfahrungen mit ausgefallenen oder verspäteten Flügen? Wie konntest du dir helfen? Und wie sind die Airlines dabei mir dir umgegangen?  

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