Von Sinnen durch die USA | Riechen

All doors in Park and Crosscheck!   

 

Der erlösende Satz klingt wie ein Gedicht in meinen Ohren. Nach zehn Stunden im Flugzeug ist es endlich so weit und ich kann endlich wieder einen Fuß auf das gelobte Land setzen.

Wir saugen die Zeit in den USA mit allen Sinnen auf. Lust auf Fernweh?


In der Luft liegt eine seltsam emotionale Stimmung. Eine hochexplosive Mischung aus Erleichterung, Leichtigkeit, Erschöpfung, Freude und Ergriffenheit. Nur ein Trigger, ein Funke reicht und das Unweigerliche passiert - hoch-explosiv. Die Stimmung, die mich wie eine Hülle umgeben hat, platzt ab. Emotionen brechen sich ihre Bahnen. Was dieser Funke ist, ist manchmal schwer zu sagen.

Die ersten Schritte in der Einreisehalle lassen bei mir das Gefühl aufkommen, ordentlich tief ins Glas geschaut zu haben. Ein schaukelnder Gang, weich und gefedert. Offensichtlich verursacht durch den roten Teppich. So hochflorig, dass ich zwischenzeitlich schon denke, ich gehe auf Schaumstoff.

 

Schwer und irgendwie würzig schieben sich mit jedem Schritt den ich gehe neue Wogen des Dufts in meine Nase.

 

Staubig – sicherlich – aber inspirierend erzählen Sie mir die Geschichte meiner vergangenen Einreisen und Erlebnisse.


Musik ist für mich ein starker Funke, triggert Erlebtes und Verarbeitetes. Lässt mich Gefühle und Stimmungen neu durchleben. Manchmal braucht es aber noch viel weniger, als ein eingängiges Lied. Ein bestimmter Geruch - ich merke, wie es zündet!

 

 

Ein paar Stunden später und deutlich ausgeruhter schwinge ich mich, beflügelt von dem Gefühl die zehrenste Reiseetappe bewältigt zu haben, auf dem Parkplatz des Supermarktes aus dem Auto. Kaum berühren meine Füße den Asphalt hat es mich wieder im Griff.

 

Dünn und geradezu stechend spitz schnellt der Geruch des Parkplatzes in meine Nase. Kultiviert durch die erbarmungslose Hitze erfüllt eine Melange aus halb geschmolzenen Asphalt und immerwährenden Staubs meine Lungen, ich schnappe nach Luft.

 

Welch ein gutes Gefühl.


Ein Flimmern liegt in der Luft. Die Sonne scheint nicht nur, sie brennt. Wie Knüppel hämmert sie auf meinen Kopf und Rücken. Schritt für Schritt, mühsam aber beständig tragen mich meine Füße den Trail entlang. Plötzlich, eine rote Staubwolke erhebt sich sprunghaft vom trockenen Sandboden. Mein Stolpern schießt wie ein heißer Pfeil durch den Körper. Nur eine kleine Unaufmerksamkeit bedeutet mein Scheitern. Also langsamer und konzentrierter, ok – so geht’s!

Ein paar angestrengte Momente Später sitze ich im lauen Halbschatten. Die Schweißperlen auf meiner Haut sind über die Zeit zu einem richtigen Rinnsal geworden.

 

 

Harzig und ausgedörrt riecht das Holz um mich herum, angereichert durch süß-würzig vertrocknende Wachholderbeeren.

 

Imke reicht mir eine neue mittlerweile lauwarme Flasche Wasser, wir schauen uns an...

 

... geschafft - so riecht Glück!



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Kommentare: 2
  • #1

    Roland (Sonntag, 14 Mai 2017)

    Sehr gut geschrieben

    Ich könnte das so nie

    Gruss Roland

  • #2

    Jan (Sonntag, 14 Mai 2017 20:45)

    Hi Roland,
    erneut vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Das freut uns wirklich sehr!
    Viele liebe Grüße aus Hamburg :)