Das 1. Mal ... im Joshua Tree National Park

 

Es gibt kaum einen vergleichbaren Ort, an dem wir so leuchtend die Milchstraße gesehen haben. Die Nächte sind stockdunkel und leise. Die Kulisse mit den skurrilen Bäumen ist einfach perfekt.

 

Wir waren inzwischen drei Mal hier - es war jedes Mal ein einzigartiges Erlebnis.

Komm mit auf unsere eigene Entdeckungseise durch den Park.



Stellt euch bitte kurz vor. Worüber schreibt ihr?

Wo kann man von euch lesen?

Wir sind´s in diesem Fall selbst... Jan und Imke von hikelust. Alles über uns findest du hier.

Welches 1. Mal … stellt ihr uns vor?

Wir berichten über das 1. Mal im Joshua Tree National Park in Kalifornien. Von gigantischen und faszinierenden Bäumen,  von einer Wanderung, die überraschend endete und von einem Sonnenaufgang, der uns sprachlos machte.

 

 



Der Joshua Tree National Park befindest sich in Kalifornien. Die nächstgrößere Stadt ist Palm Springs in 80 km Entfernung.

Eine Karte des National Parks findet ihr hier.



Habt ihr euch darauf vorbereitet?

Wir haben auf der Durchreise von der Küste in die Wüste gezielt in Palm Springs einen Zwischenstopp eingelegt. Wir hatten von zu Hause aus geplant, ein Mal durch den Park zu fahren und dort zu halten, wo es uns gefällt. Eine Sache wollten wir uns aber genauer ansehen, den Barker Dam, die Fotos davon hatten uns umgehauen. Dazu aber später mehr.


Uns haben vor allem die unterschiedlichen Formen und Ausprägungen der Joshua Trees angezogen. Jeder Baum sieht irgendwie gleich und doch ganz unterschiedlich aus. Das Wetter an dem Tag war perfekt: Sonnenschein, blauer Himmel und Schäfchenwolken. Für die Fotos - und für uns - hätte es nicht besser sein können.

 

Wir waren am Wochenende im Park und kamen recht spät nach einer langen Fahrt durch die Mojave Wüste an. Jeder der Parkplätze war voll. Wir genießen beim Wandern der Natur gerne in Ruhe, daher fühlten wir uns durch die Massen - gerade nach der langen Fahrt durch die Einöde - etwas überfordert.

 

Wir entschlossen uns daher, keinen der großen Parkplätze anzusteuern, sondern einfach an einer der Parkbuchten zu halten. Wir stiegen von dort einfach direkt in die Natur ein und schauten uns die Bäume aus der Nähe an.

Hier ein paar Zeitrafferaufnahmen aus dem Park.


Du bist vor Ort: wie ist es wirklich – Vorstellung vs. Realität?

Wir haben uns den Park genauso vorgestellt - wie er auch ist. Viel Bäume - viel Gestein und viel Nichts. Man unterschätzt aber immer wieder die Entfernungen in den USA -gerade wenn man die Reise von zu Hause aus plant. Von Palm Springs ist der Park 80 km entfernt. Das scheint nicht weit zu sein, aber bei dem gedrosselten Tempolimit kann die Strecke lang werden. Gerade wenn man morgens zum Sonnenaufgang im Park sein will.


Wieviel Zeit sollte man einplanen?

Aus unserer Sicht sollte man mindestens einen halben Tag einplanen, wenn man den Park nicht nur aus dem Autofenster anschauen möchte. Je nachdem wieviel Zeit du hast, bleibe bis zum Sonnenuntergang im Park. Das Licht ist genial.


Würdet ihr nochmal wiederkommen?

Auf jeden Fall - und das haben wir auch schon getan! 2015 waren wir zum 1. Mal in dem Park und sind im letzten Jahr zwei Mal da gewesen, im Mai und im November. Dieses Mal waren wir allerdings tagsüber nicht in dem Park, sondern nachts bzw. zum Sonnenaufgang. 


In der Gegend herrscht eine sehr geringe light pollution. Hier siehst du so viele Sterne wie kaum woanders. Es ist einfach gigantisch, wenn du mitten in der Nacht in dem Park stehst und nichts um dich herum ist. Ein Rascheln neben dir, ein Windhauch... wieder Stille ... und über dir das ganze Universum. Das sorgt für Gänsehaut.

Apropos, im November war es nachts ganz schön kalt. Wir haben die Kamera für einen Zeitraffer angestellt und sind nach ein paar Minuten schnell wieder ins Auto geflüchtet. 


Was sollte man bei dem Erstbesuch unbedingt machen / sehen / essen / probieren?

Such dir deinen eigenen Weg!

 

Wir wollten nicht mit zig anderen den Wandertrail teilen, sondern die Einsamkeit des Parks voll genießen. Such dir daher irgendwo ein Plätzchen. Die Bäume sehen auch da toll aus! Aus unserer Sicht gibt es nicht den einen perfekten Spot. Es wird das, was du darauf machst.

Wenn du kannst und magst, komme zum Sonnenaufgang her. Du wirst es nicht bereuen.




Was hättet ihr euch sparen können?

Bevor wir einen bestimmten Ort besuchen, lassen wir uns durch Fotos inspirieren und schauen vor allem noch tollen Spots. Wir hatten unzählige tolle Fotos vom Barker Dam gesehen. Da wollten wir hin! Die Felsen werden in dem scheinbar spiegelglatten Wasser reflektiert - das musste einfach toll sein.


Wir hielten auf dem Parkplatz zum Barker Dam - auch dieser war voll. Wir freuten uns - dann war es wohl die richtige Entscheidung, hierher zu kommen. Wir schauten nochmal in die Kameras, die SD-Karte war drin, der Akku voll geladen. Wir schnürten die Wanderschuhe, füllten unsere Wasserblase und waren froh, uns nach der langen Fahrt, endlich bewegen zu können. 

 

Nach etwa 30 Minuten standen wir vor dem Holzschild "Barker Dam". "Cool, das ging ja schnell.", dachten wir uns. Und unsere Augen suchten den Horizont nach den Bildern ab, die wir im Internet gesehen hatten. Das einzige, was wir sahen, war eine kleine, schäbige Holzbretterwand in einem trockenen Sandloch. Lange Gesichter - nichts von dem, was wir sahen, erinnerte an die tollen Fotos, die uns im Kopf herumschieben. Es hatte wochenlang nicht geregnet, die Erde war völlig ausgetrocknet. Daran hatten wir überhaupt nicht gedacht - klar, woher soll das Wasser hier auch herkommen, wenn es nicht regnet. Wir waren so verblüfft, dass wir davon gar kein Foto machten, sondern einfach wieder zurück zum Auto liefen.

 

Wenn du also dorthin möchtest, informiere dich im Visitor Center, ob der Dam Wasser führt.


Was würdet ihr bei einem zweiten Besuch

anders machen?

Wir waren schon ein zweites und ein drittes Mal da. Was haben wir anders gemacht? Wir waren nur nachts und zum Sonnenaufgang da - das hat uns völlig gereicht. 

Dazu hatten wir keinen festen Punkt, sondern haben einfach irgendwo gehalten und haben uns die für uns schönen Bäume als Motiv ausgesucht.



Hast du bei deinem 1. Mal dort etwas Besonders / Lustiges / Abenteuerliches / Unvergessliches erlebt?

Während unseres letzten Besuchs im November war es wirklich nachts sehr kalt. Wir saßen im Auto und warteten, auf den Sonnenaufgang, Plötzlich - da draußen hatte sich doch etwas bewegt, oder? Wieder sahen wir die zwei kleine leuchtende Punkte ... es waren Augen. Ein Fuchs schlich um unser Auto und erschnüffelte wohl, wer sich da nachts in seine hood verirrt hatte. Zu dem einen Fuchs gesellte sich dann noch ein weiterer und dann noch ein dritter. Wir saßen gespannt im Auto und verfolgten das Spektakel. Irgendwann verloren sie wohl schlichtweg das Interesse und zogen wieder von dannen.

 

Als wir aus dem Auto stiegen, unsere Kameras zusammenpackten und zu unserem Fotospot liefen, kamen wir uns unheimlich laut und plump vor. Wir hatten das Gefühl, uns musterten gerade zig Augen, die sich alle geräuschlos und elegant durch die Nacht der Wüste bewegten. während wir plumpen Menschen laut dadurch stampften. Es hat uns vor Augen geführt, wie wild dieses Gebiet ist. Wie viel Leben nachts um uns herum ist, von dem wir gar nicht ahnen.


Das müssen wir dazu noch loswerden…

Liebe Besucher, Hiker, Fotografen,

 

nehmt bitte euren Müll mit!

Wir haben unzählige Plätze gesehen, an denen der Müll unachtsam weggeworfen wurde. Dieser Ort ist so wunderbar, lasst ihn uns noch ein bisschen länger erhalten.

 

Keep wildlife wild!

Just enjoy -

 

die Stille der Nacht, die Milchstraße, die Bäume, die Natur, die Wildnis.

Aus unserer Sicht wird der Park unterschätzt, weil es hier nicht DEN Aussichtspunkt oder DAS historische Merkmal zu begutachten gibt. Es ist einfach die Natur - sie ist wunderschön.


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Und dein 1. Mal?

Wir möchten die Beitragsreihe laufend erweitern und suchen daher Erfahrungsberichte von Erstbesuchen  aus ganz Amerika. Möchtest du auch von deinem "1. Mal in ..." berichten?

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